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Die Gründung und die ersten Lebensjahre des EHC Affoltern a.A.

aus der Jubiläumsschrift des EHC Affoltern am Albis 1942 - 1968, von Alfred Baumann

Vor nahezu dreissig Jahren trafen sich der Berichterstatter und eine Anzahl Gleichgesinnter bei jeder sich bietenden Gelegenheit zum Eishockeyspiel. Jeden Samsatnachmittag und vielfach auch am Sonntag trugen wir im ganzen Bezirksgebiet Spiele aus. Die Riedgebiete in Maschwanden, Obfelden und Ottenbach wurden im Spätherbst von der Reuss überflutet und waren stets sehr früh zugefroren. Unsere Ausrüstung war sehr bescheiden. Eishockeystiefel besass niemand. "Oergeli" und Schletzschlittschuhe standen nebst "Absatzabreissern" hoch im Kurs. Die Stöcke wurden selber gebastelt und als Hanschutz dienten gewöhnliche Holzerhandschuhe.

EHC Affoltern a.A im Winter 1939/40Der Mangel an Ausrüstungsgegenständen wurde aber durch eine grenzenlose Begeisterung mehr als wettgemacht. Hatte ein mannschaft zu wenig Spieler, half der Gegner aus. Wichtig war, dass man spielen konnte. Als èuck dienten ausgesägte Holzscheiben oder auch nur kleine, mit Gips oder Zement gefüllte Büchsen. Jedes Dorf hatte eine eigene Mannschaft.

Dass auch vereinzelt ältere Spieler dabei waren, beweist die aktive Teilnahme Emil Pfenningers, der in den dreissiger Jahren ein bis weit über unsere Gemarkungen bekannter Leichtathlet war. Es sei bei dieser Gelegenheit auch verraten, dass usere heutiger Gemeindepräsident, Hans Nägeli, verschiedene Male mitspielte.

Mit der Zeit wurde unsere Ausrüstung besser, so dass es bald einmal möglich wurde, Spieler vorzuziehen, die richtige Stöcke besassen. Der Ausbruch des 2. Weltkrieges machte uns schwer zu schaffen, hatten wir doch schon davon gesprochen, einen richtigen Verein zu gründen. Au erfahrene Kameraden konnten wir uns nicht stützen. Alle Älteren standen an der Grenze. In diese zeit fällt unser grosser Sieg in Baden, wo wir eine sehr gut ausgerüstete Mannschaft mit nur sieben Spielern überlegen 9 : 0 entliessen. Der folgende Winter sah mich im Aktivdienst. Im Herbst 1941 entschlossen sich Oskar Ed Luigi und ich, trotz der misslichen Umständen, einen Club zu gründen. Wir bereiteten alles vor und luden viele Kameraden ein, die schon mit uns gespielt hatten und noch keinen Militärdienst leisten mussten. An der Gründungsversammlung traten aussenden bereits genannten folgende Kameraden ein: Alfred Schneebeli; Wlaer Bauer,; Arthur Bolliger; Ernst Widmer; Hans Dubs; Walter Siegfried; Paul Spiess; Walter Sidler; Rudolf Stauffacher; Paul Günthard, Gustav Schneebeli, Willi Payarola und Willi Schweizer.

Es würde den Rahmen meines Berichtes sprengen, hier alle später zu uns gestossenenen Spieler namentlich zu erwähnen. Als Turner bemühte ich mich natürlich in erster Linie unter meinen Turnkameraden Mitglieder zu finden. Es war deshalb nicht verwunderlich, dass zu Beginn immer eine grosse Anzahl Turner diesem Sport frönten. Wir traten recht fleissig mit Spielen vor die Öffentlichkeit und hatten bald ansehnlicheh Zuschaerzahle zu verzeichnen. Um möglichst viele Mannschaften auf den "Stigeli" zu bringen, veranstalteten wir jährlich Tourniere, die bei Spielern und Zuschauern gleichermassen beliebt waren. Die Prese wurden meist von uns angefertigt. Es waren Diploem, Plaketten, Holzteller etc.

Dass die Herrichtung der Eisbahn "Stigeli" manchmal auf beinahe unüberwindliche Hinderniss stiess, möchte ich doch noch erwähnene. Es ist mir heute noch ein Rätsel, wir wir mehrmals ganze Nächte das Eis präparierten oder bis zu dreissig Zentimeter hohen, frisch gefallenen Schnee in Handarbeit weggeräumt und trotzdem am darauffolgenden Morgen zu schweren Spielen antraten. Auch auswärts trugen wir Wettspiele aus. Wir waren des öfteren in Hedingen, Urdorf, Schlieren, Aegeri und Bonstetten zu Gast. Hedingen war immer der Platz der hitzigen Kämpfe, wobei dei Zuschauer vielfach vergassen, dass Eishockey ein harter Sport ist und man nicht zimperlich sein durfte. Ein Spiel in Aegeri ist mir noch besonders gut in Erinnerung. Da erhielt ich an einem Sonntagmorgen, nach kurzer Kälteperiode, einen Anruf, wir sollten unbedingt nach Aegeri kommen, sie hätten wunderbares Eis. Selbstverständlich sagte ich zu, obschon zahlreiche Kameraden im Militärdienst weilten. Mit Müh und Not brachten wir dann noch 5 Spieler zusammen. Was tun? Den Match absagen kam gar nicht in Frage. Kurzerhnd schwänzte mein Bruder Max die Kinderlehre und zog als sechster Spieler mit uns nach Aegeri.; selbstverständlich per Bahn und Bus.

Hatten bis 1945 Oskar und ich die Vorstandsarbeit meist allein erledigt, wurde es wesentlich anders, als Walter Homberger in den Club eintrat. Er war der einzige unter uns, der schon in einem anderen Club Erfahrungen gesammtelt hatte. Seine "Vergangenheit" kam uns jetzt sehr zustatten. Er überzeugte uns, dass wir in den Schweizerischen Eishockeyverband eintreten sollten. Im Jahre 1946 meldeten wir unsere Mitgliedschaft dem obersten Fachverband unseres Landes an und ich bin überzeugt, dass dies der richtige Weg war. Dass wir damit auf neue Mannschaften trafen, Kurse besuchten und somit mit vielen userer alten Gegener den Kontakt verloren, war bedauerlich, aber nicht zu ändern.

Dies ware Streiflichter einer vergangenge Zeit. Heute sind die "natürlichen" Eisflächen verschwunden. In Affoltern am Albis stehen uns keine Anlagen zur Überwässerung zur Verfügung. Es ist meines Erachtens ein dringendes Bedürfnis, solche Möglichkeiten wieder zu schaffen, zumal Eislauf der billigste Wintersport ist.